Herren
Immenstadt besiegt Kempten-Kottern mit 28:22
Es ist die erste dicke Überraschung der noch jungen Saison.
Bericht aus der AZ von Ronald Maior, Bild von Günter Jansen
Die Handballer des TV
Immenstadt haben die SG Kempten-Kottern zum Start in die Bezirksoberliga in einem mitreißenden Derby mit 28:22 (15:15) besiegt und damit ein frühes Ausrufezeichen gesetzt. „Es fühlt sich sehr schön an, dass wir
nach einer so langen Durststrecke wieder zwei Punkte geholt haben – und
das gegen eine sehr starke Mannschaft“, freute sich TVI-Coach Mihaly
More. „Das tut uns allen sehr gut. Vor allem, weil wir es in der
entscheidenden Phase geschafft haben, die Ruhe zu bewahren.“
Der durch Verletzungen gebeutelte Mini-Kader der „Grünen“ wurde mit
den reaktivierten Benjamin Krämer und Markus Steurer verstärkt – dieser
Kniff sollte sich auszahlen. Das Derby startete vor 300 Zuschauern in
der Julius-Kunert-Halle mit einer immensen Intensität, die – kombiniert
mit einer unübersehbaren Nervosität auf beiden Seiten – zu etlichen
Ballverlusten führte. Nach drei torlosen Minuten stabilisierten sich die
Angriffsreihen allerdings.
Engl hält TVI im Spiel
Patrick Harris, der nach seinem Kreuzbandriss erstmals seit zwei
Jahren eine komplette Vorbereitung mitmachen konnte, glich mit dem
ersten Treffer nach der SG-Führung für die „Grünen“ aus. Denn das junge
Kemptener Team versuchte früh ins Tempo zu kommen, der TVI hatte damit
anfänglich große Schwierigkeiten. Doch die Gastgeber erkämpften sich
abgezockt einige Bälle, schalteten ihrerseits schnell um und gingen nach
elf Minuten durch den in der Anfangsphase bärenstarken Sebastian Engl
erstmals beim 5: 4 in Führung. Auch Torhüter Simon Weigl zeichnete sich
etliche Male aus, sollte nach der Pause aber sogar noch stärker werden.
Im Angriff unterliefen Mores Schützlinge weniger Fehler,
gleichzeitig wurde die Wurfausbeute hochprozentiger. Auf der anderen
Seite bestimmten die Bareth-Brüder Lukas und Simon aus dem Rückraum das
SG-Spiel, sodass sich ein Derby auf Augenhöhe einpendelte (20./10: 9).
Durch einen „Dreher“ von Linksaußen Steurer lag Immenstadt erstmals mit
zwei Toren Vorsprung beim 11: 9 in Front. In der Schlussphase von
Halbzeit eins spielte die SG weniger temporeich, dafür ihre Angriffe
dafür konsequenter aus – und glich zur Pause auf 15: 15 aus.
„Endlich Abläufe durchziehen“
„Unser Hauptproblem war und ist noch immer, dass wir seit März nur
ein Spiel gemacht haben. Im Training können wir Kleinigkeiten nicht
vertiefen, das ist schon nach 30 Minuten im Spiel wesentlich besser
gelaufen“, sagte More. „So konnten wir endlich die Abläufe durchziehen,
im Angriff und in der Abwehr. Wir waren ja überrascht, dass der Ball
wieder da war.“
Und die Gastgeber finden sich schnell nach dem Seitenwechsel. Nach
einer vierminütigen Torflaute auf beiden Seiten brach der bis dahin
schwache Tibor Erdelyi den Bann mit drei Toren und distanzierte die
Gäste auf 19: 16 (38.).
Schlüsselphase der Partie
Diesen Vorsprung spielte der TVI auch heraus, weil More die Abwehr
in der Pause umstellte und vom 6: 0 auf die offensivere 4: 2-Deckung
wechselte, in der Erdelyi und Harris die Rückräume störten. „Wir wollten
in der Abwehr mehr Bewegung reinbringen“, sagte More. „In der ersten
Halbzeit standen wir praktisch nur.“ In dieser Schlüsselphase der Partie
war es neben Erdelyi vor allem Routinier Benjamin Krämer, der in
ungewohnter Position auf Rechtsaußen mit fünf Treffern glänzte.
Bei den „Grünen“ ließ jedes weitere Tor nach der anfänglichen
Unsicherheit das Selbstvertrauen wachsen. Die Auszeit von SG-Coach
Zoltan Sellei (42.) zeigte nur kurz Wirkung (19: 21). Denn die Städtler
waren in der Schlussphase eines nun immer besser werdenden Spiels nicht
mehr zu bremsen. Der zunehmend stärker werdende Erdelyi und Harris aus
dem Rückraum stellten zur Schlussphase auf 25: 20 (49.). In dieser wurde
die Gangart der Gäste merklich rauer – doch Sebi Engl gelang mit einem
beherzten Solo zum 27: 21 der endgültige Durchbruch nach 54. Minuten. In
den Schlussminuten konnte More die begrenzten Wechselmöglichkeiten
sogar noch ausschöpfen, sein Team ließ hintenraus nichts mehr anbrennen.
„Das Schöne ist, dass wir viele Phasen hatten, in denen einzelne
Spieler über sich hinausgewachsen sind“, lobte More, der keinen Akteur
herausheben wollte: „Wir haben das mit Benji auf außen schon trainiert
und es war gut. Patrick und Sebi waren stark aus dem Rückraum, Tibor
nach der Pause. Und Lukas Waletzko hat unheimlich viel gearbeitet, um
die Abwehr wegzusperren. Seine Arbeit geht leider immer etwas unter.“
Es spielten: Simon Weigl
(Tor), Benjamin Krämer (5), Vincent Dannehl (2), Sebastian Engl (7),
Tibor Erdelyi (6), Markus Steurer (1), Lukas Waletzko (2), Bartol
Kurilic, Christian Zawichowski und Patrick Harris (5).
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